FUTURO – Schutz und Zukunft des Meeresökosystems vor Westafrika

Ein förderwürdiges Zukunftsprojekt von internationaler Relevanz, das ökologische, gesellschaftliche und entwicklungspolitische Ziele miteinander verbindet.

Laufendes Projekt – offen für Förderung

 

FUTURO

Darum geht es

Vor der Küste Westafrikas liegt eines der wertvollsten Meeresgebiete der Erde: das tropische Auftriebsgebiet im Atlantik. Hier strömt nährstoffreiches Tiefenwasser an die Oberfläche und schafft die Grundlage für außergewöhnlich produktive Meeresökosysteme. Obwohl diese Region weniger als 1 % der Weltmeere umfasst, erzeugt sie mehr als 10 % der globalen marinen Primärproduktion und 20-30 % der weltweiten Fischereierträge. Dieses Gebiet versorgt über 200 Millionen Menschen an der westafrikanischen Küste mit Nahrung und Einkommen. Gleichzeitig ist es stark bedroht: Durch Klimawandel, Überfischung, Verschmutzung sowie Sauerstoffmangel und Ozeanversauerung verändern sich Lebensbedingungen und Artenvielfalt rapide.

Hier setzt FUTURO an – eine groß angelegte, internationale Forschungsinitiative, die von GEOMAR (Deutschland) gemeinsam mit KIT, FZJ, TROPOS und mehreren Universitäten in Deutschland sowie europäischen und westafrikanischen Partnern umgesetzt wird. Sie soll die Grundlagen schaffen, um dieses lebenswichtige Meeresgebiet zu schützen und nachhaltig zu bewirtschaften.

Das soll erreicht werden

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) stärkt FUTURO durch hochpräzise meteorologische Messungen, die unverzichtbar sind, um die Atmosphäre und ihre Veränderungen über dem tropischen Atlantik zu verstehen. Die Atmosphäre beeinflusst den Ozean und insbesondere das Aufquellen von Tiefenwasser auf vielfältige Weise, z.B. durch den Eintrag von Impuls, Aerosolpartikeln und Nie-derschlag sowie die Verdunstung an der Oberfläche oder die Abschattung durch Wolken.

Genutzt wird dafür der KITcube, ein weltweit einsetzbares, mobiles Atmosphärenbeobachtungssystem. Der KITcube kombiniert moderne Fernerkundungssysteme (z. B. Doppler- und Raman-Lidar, Wolkenradar, Mikrowellenradiometer) mit klassischen Wetter- und Bodenmessungen und kann atmosphärische Prozesse in einem Bereich von wenigen Metern bis zu etwa 100 km erfassen. Durch diese mobilen, hochauflösenden Messungen liefert das KIT essenzielle Daten, die helfen, die komplexen Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre und Ozean besser zu verstehen und in nachhaltige Lösungen zu überführen.

In FUTURO sollen die ortsfesten Messungen des KITcube mit Flugzeugmessungen der TU Braunschweig verknüpft werden. Die mit einem neuartigen, vom KIT entwickelten Windlidarsystem ausgestattete Cessna würde flexibel die küstennahe Zirkulation in noch nie dagewesenem Detail vermessen (s. https://www.imk-tro.kit.edu/12875.php).
 

Weitere Informationen

FUTURO verfolgt drei unmittelbare, zentrale Ziele:
1. Veränderungen verstehen
Wie beeinflussen Klimawandel, Versauerung und Sauerstoffmangel die Funktionsweise des Ökosystems? FUTURO will erstmals ganzjährig und systematisch die Auswirkungen dieser Faktoren messen.

2. Auswirkungen für Menschen und Natur erfassen
Wie wirken sich Fischerei, Küstenverschmutzung und andere menschliche Einflüsse auf Artenvielfalt und Lebensgrundlagen aus? FUTURO wird hier zum ersten Mal belastbare Daten liefern.

3. Gemeinsam Lösungen entwickeln
FUTURO arbeitet mit einem Co-Design-Ansatz: Forschende, Behörden, politische Akteure und lokale Gemeinschaften entwickeln gemeinsam nachhaltige Managementstrategien. Dieser Ansatz wurde nach einem großen internationalen Workshop im Senegal in der Saly Declaration festgeschrieben.

Das langfristige Ziel:
Ein gerechtes, wissenschaftlich fundiertes System für das Management der marinen Ressourcen, das die Lebensgrundlagen der Küstenbevölkerung sichert.

Warum dieses Projekt für Stiftungen relevant ist:

• Hoher gesellschaftlicher Nutzen: FUTURO adressiert ein Ökosystem, das für Millionen Menschen überlebenswichtig ist.

Innovation und globale Bedeutung: Die geplante einjährige Großexpedition (ab 2029) ist in dieser Form weltweit einzigartig und liefert Daten, die entscheidend für Klima- und Naturschutz sind.

Partnerschaft auf Augenhöhe: FUTURO arbeitet explizit gemeinsam mit westafrikanischen Institutionen – ein nachhaltiger und verantwortungsvoller Ansatz, der strukturelle Wirkung entfaltet.

Beitrag zu den Zielen der UN-Ozeandekade: Das Projekt ist offiziell anerkannt und trägt zur globalen Ozeanforschung und Meeresnachhaltigkeit bei.

All das macht FUTURO zu einem förderwürdigen Zukunftsprojekt von internationaler Relevanz, das ökologische, gesellschaftliche und entwicklungspolitische Ziele miteinander verbindet.

Links / Weitere Informationen:

• FUTURO Kampagne: https://futuro-campaign.org/home-de.html
• IMKTRO: https://www.imk-tro.kit.edu
• KITcube: https://www.kitcube.kit.edu/

 

Zahlen und Fakten

Projektlaufzeit:
FUTURO ist als mehrjährige Initiative in drei klar definierten Phasen angelegt:

2024–2027: FUTUROpre – Vorbereitung, Bedarfsanalyse, Planung der wissenschaftlichen Infrastruktur.

2028–2030: FUTUROcore – einzigartige konzertierte Feldkampagnen (Schiff, Land und Flugzeug) kombiniert mit autonomen Beobachtungsprogrammen.

2031–2033: FUTUROsyn – Auswertung, Aufbau eines digitalen Ozean-Zwillings („Digital Ocean Twin“) und Etablierung eines dauerhaften Beobachtungsnetzes sowie Ausbau der internationalen Graduiertenprogramme in Westafrika; Transfer in Politik und Gesellschaft.


Benötigte Fördersumme:
Die ozeanbasierten Messungen werden durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) finanziert.

Für die wissenschaftlich notwendige Erweiterung des Kernprojekts mit einer atmosphärischen Komponente müssen aber noch Finanzierungsquellen gefunden werden. Die voraussichtlichen Kosten betragen 850 T € für Land- und Seetransport, Auf- und Abbau des KIT-cube-Observatoriums in Westafrika, den Messbetrieb (voraussichtlich März–August 2029) sowie die Beschaffung von meteorologischen Ballonsonden, die bis in Höhen von 25 km aufsteigen.


Für einen 4-wöchigen Einsatz des Forschungsflugzeugs der TU Braunschweig werden weitere 450 T € benötigt.


Insgesamt ist die Fördersumme also 1.300.000 €


Projektverantwortung KIT
Prof. Peter Knippertz, Institut für Meteorologie und Klimaforschung Troposphärenforschung (IMKTRO)

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Francois Croissant, M.A.

Francois Croissant, M.A.

  • Vincenz-Prießnitz-Straße 1
    76131 Karlsruhe

 

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