Von Flüssen ins Meer: Die Reise von Plastikverschmutzung verstehen
Laufendes Projekt – offen für Förderung
Darum geht es
Jeden Tag gelangen bis zu 2.500 Tonnen Kunststoffabfälle über Flüsse in die Weltmeere, mit schädlichen Auswirkungen auf die dort lebenden Tiere sowie auf die Lebensgrundlagen von Gemeinschaften, die auf diese Gewässer angewiesen sind.
Unser Projekt untersucht, wie sich Mikroplastik und größere Kunststoffabfälle in Flusssystemen bewegen und verhalten und wo sie sich z. B. anreichern. Durch ein verbessertes Verständnis der zugrunde liegenden physikalischen Prozesse des Kunststofftransports in Flüssen zielen wir darauf ab, effektivere Methoden zur Überwachung und Vorhersage der Plastikdrift zu entwickeln – und damit letztlich die Grundlage zu schaffen, um Kunststoffabfälle zu entfernen, bevor sie das Meer erreichen.
Das wollen wir erreichen
Unser Ziel ist es, zu verstehen, wann und wo Plastikverschmutzung in Flusssystemen mobilisiert, transportiert und akkumuliert wird. Mithilfe von Hochgeschwindigkeitskameras, großen Versuchstanks, Versuchsrinne und Felduntersuchungen ermöglicht das Projekt eine detaillierte Beobachtung und Beschreibung des Verhaltens von Kunststoffpartikeln unter realistischen Strömungs- und Turbulenzbedingungen.
Diese Ergebnisse bilden die Grundlage für hydraulische Modelle, die den Transport von Plastik in Flüssen simulieren können, und unterstützen sowohl ingenieurtechnische Lösungen zur Verringerung der Verschmutzung als auch die Identifikation von Hotspots im Rahmen der Umwelt-Risikobewertung.
Langfristig zielt das Projekt darauf ab, praxisnahe Werkzeuge und wissenschaftliche Erkenntnisse für Umweltbehörden, politische Entscheidungsträger und Organisationen im Flussmanagement bereitzustellen, die an der Reduzierung aquatischer Kunststoffverschmutzung arbeiten.
Weiterführende Informationen
Die Förderung dient im Wesentlichen der Finanzierung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die benötigte Forschungsinfrastruktur ist am Institut vorhanden. Darüber hinaus zielt das Forschungsprojekt darauf ab, KIT-Studierenden die Möglichkeit zu geben, durch Praktika oder Masterarbeiten im Rahmen des Projekts Forschungserfahrung zu sammeln.
Zahlen und Fakten
Das Projekt läuft seit 2022 und soll je nach Förderung noch bis 2032 weitergeführt werden.
Benötigte Fördersumme:
Im Wesentlichen müssen Personalkosten von 82.000 € pro Jahr finanziert werden.
Projektverantwortung KIT
Prof. Mário Franca, Institut für Wasser und Umwelt, Fachbereich Wasserbau und Wasserwirtschaft

