„Balance-MoTraX“ - Balance Modules and Transfer across Contexts
Wissenschaft trifft Bewegung: Neue Wege der Sturzprävention im Alter
Projekt bisher noch nicht gestartet – offen für Förderung
Stürze im Alter sind ein gesellschaftlich hochrelevantes Gesundheitsproblem. Das Projekt greift die besonderen Herausforderungen einer alternden Bevölkerung auf und entwickelt innovative, wissenschaftlich fundierte Ansätze zur Sturzprävention.
Darum geht es
Wissenschaft trifft Bewegung: Neue Wege der Sturzprävention im Alter
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Stürze, Verletzungen sowie den Verlust von Mobilität und Selbstständigkeit. Balance-MoTraX entwickelt wissenschaftlich fundierte Trainingsprogramme für ältere Menschen. Dabei ist das Ziel, ältere Personen auf möglichst viele unterschiedliche Sturzsituationen vorzubereiten.
Grundlage bildet ein neuromechanischer Ansatz, der davon ausgeht, dass das Nervensystem Muskeln nicht einzeln, sondern mehrere Muskeln koordiniert aktiviert. Die koordinierte Aktivierung mehrerer Muskeln bildet einen „Bewegungsbaustein“, etwa zur Stabilisierung des Körpers oder zur Einleitung eines Ausfallschritts. Die „Bewegungsbausteine“ werden als motorische Module bezeichnet. Die Kombination mehrerer motorischer Module ergibt die Gesamtbewegung. Unser immenses Bewegungsrepertoire wird durch die Auswahl und Gewichtung verschiedener motorischer Module realisiert.
Im Projekt wird untersucht, welche motorischen Module bei unterschiedlichen Abfangbewegungen situationsübergreifend genutzt werden. Die zentrale Hypothese lautet: Werden situationsübergreifend motorische Module gezielt trainiert, lassen sich die erzielten Verbesserungen auf verschiedene Sturzsituationen übertragen. Auf dieser Basis werden gezielt praxistaugliche Programme zur Sturzprävention für ältere Menschen entwickelt.
Das wollen wir erreichen
Das Projekt Balance-MoTraX verfolgt das Ziel, einen neuartigen wissenschaftlichen Ansatz zur Sturzprävention im Alter zu entwickeln und damit einen Beitrag zur Bewältigung einer zentralen gesundheitlichen Herausforderung unserer alternden Gesellschaft zu leisten.
Langfristiges Ziel ist die Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten und praxistauglichen Trainingsprogramms, das ältere Menschen dabei unterstützt, Stürze besser abzufangen, das Verletzungsrisiko zu senken sowie Mobilität, Selbstständigkeit und Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.
Weiterführende Informationen
Zur Erfassung der Abfangbewegungen steht ein hochauflösendes 3D-Motion-Capture-System zur Verfügung. Ergänzt wird dies durch in das Laufband integrierte Kraftmessplatten zur Bestimmung der Bodenreaktionskräfte (Kräfte zwischen Fuß und Boden) sowie durch ein Elektromyographie-System zur Messung der Muskelaktivität. Die vorhandene Ausstattung bietet damit optimale Voraussetzungen für die Identifikation motorischer Module sowie die Entwicklung wissenschaftlich fundierter Trainingsansätze zur Sturzprävention im Alter.
Die Kombination aus etablierter Forschungsinfrastruktur, methodischer Expertise und vorhandenen Vorarbeiten schafft hervorragende Voraussetzungen für eine erfolgreiche und effiziente Umsetzung des Forschungsvorhabens.
Zahlen und Fakten
Projektlaufzeit:
Geplant auf 2 Jahre. Bisher noch nicht gestartet.
Gesamtfördersumme:
120.000 Euro
Fördernde:
Offen für Fördernde
Projektverantwortung KIT:
Dr. Michael Herzog, Prof. Dr. Thorsten Stein, BioMotion Center, Institut für Sport und Sportwissenschaft (IfSS)
Fördernde/Bereits bestehende Förderschaften:
Das M-Gait-Laufband wurde im Rahmen eines Großgeräteantrags der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Die Erhebung des Datensatzes der jungen Proband:innen wurde im Rahmen des KARE-Projekts, einer KIT-internen HealthTec-Förderung, gefördert.
„Stürze im Alter gefährden Mobilität, Selbstständigkeit und Lebensqualität. Mit Balance-MoTraX entwickeln wir wissenschaftlich fundierte Trainingsprogramme, die ältere Menschen nicht nur auf einzelne, sondern auf die Vielfalt unerwarteter Sturzsituationen vorbereiten.“
- Michael Herzog, IfSS -

